Welche Klout-Werte erzielen Schweizer Politiker?

Zuerst einmal: Ich finde Klout doof. Erstens stimmen die Stichworte nicht und zweitens hat das Streben nach einer höheren Zahl, welche durch einen undurchsichtigen Algorithmus berechnet wird,  für mich etwas zwanghaftes. Viele Politiker verhalten sich aber auch irgendwie zwanghaft.. Da könnte Klout den Narzisten in ihnen wecken. Für sie ist die eigene Position und das Renommée ja ziemlich wichtig – nicht zwingend auf SoMe, aber in der restlichen offline-Öffentlichkeit auf jeden Fall. Deshalb hab ich mal nachgesehen, wie unsere vermeintlichen Meinungsführer auf Klout so abschneiden. 

Welche Politiker erzielen die besten Klout Rankings?

Die nachfolgenden Politiker wurden ohne bestimmte Kriterien gewählt. Bestimmt gibt es noch mehr (bessere?) Klout-Scores unserer Parlamentarier.

Rang 1 : Natalie Rickli

mit einem Score von 51. Respekt.

Natalie Rickli's Kloutwert am 18. Mai

Natalie Rickli's Kloutwert am 18. Mai

Sie ist Spezialistin und einflussreich beim Thema “Klout”. Daher ihr guter Wert, versteht sich. Natalie Rickli ist nämlich gar keine Politikerin. Sie will sich nur in Szene setzen. Zum Beispiel mit fragwürdigen Aussagen über die überbordende Zuwanderung aus dem Wurst-und-Pretzel Land. Falls sie doch ab und zu etwas zur Politik sagen will, bloggt Natalie Rickli auf Vimentis, einem Schweizer Politik-Portal. Dort spricht sie dann nicht über ihr Spezialisten-Wissen zu Klout, sondern über ihren Wunsch, jeden neuen Staatsvertrag dem Volk zur Abstimmung vorlegen zu lassen.

Ihr Klout-Score kommt vollumfänglich von ihrem Twitter-Account.

Rang 2. Christian Wasserfallen.

Der Dipl. Masch.-Ing. FH kommt auf einen beachtlichen Klout-Score von 37.

Christian Wasserfallen's Klout-Score am 18.5.2012

Christian Wasserfallen's Klout-Score am 18.5.2012

Ch. (!) Wasserfallen ist ein Socializer. Gerne quatscht und tratscht er über Twitter über alles Mögliche. Zum Beispiel Geld. Und ab und zu wahrscheinlich auch darüber, welchen Tee er gerade trinkt und welche Teebauer den günstigsten Fairtrade-Ceylon liefern. Immerhin: Bei CeWe steht zuoberst das Thema “Politik”. Es bedeutet aber auch, das politisieren viel mit “Abwarten – Tee trinken” und Teekränzchen zu tun hat. Als Wirtschaftspolitiker twittert Wasserfallen auch über die Unmöglichkeit des Atomausstiegs:


Jetzt muss nur noch die Zahl der Beeinflussten ein wenig rauf… Das geht besser mit Aussagen wie jener von Frau Rickli und steigert nebenbei noch den Follower-Stand im Ausland.

Rang 3: Christian Levrat

Christian Levrat's Klout-Score

Christian Levrat's Klout-Score

Herr Levrat ist auch ein Socializer. Interessant: scheinbar beeinflusst er das News Team von 2omin.ch. Womit wieder bewiesen ist, das die Schweizer Mainstream-Medien links vom politischen Spektrum schreiben. Ganz klar. Keine Widerrede! Die CH-Medien sind links!

Auf jeden Fall ist Levrat Président du PSS. Das ist die Partei der Schweizer Socializer. Die trinken dann vornehm Cüpli und reden über Boni-Steuern und die Macht des Proletariats.

Rang 4: Kathy Riklin 

In meiner Liste schafft es die Dr.sc.nat. ETH Kathy Riklin von der CVP auf den 4. Rang. Ich werde sie mal noch fragen, was ihr Titel bedeutet. (sc.nat.?) Auf keinen Fall darf Riklin mit Rickli verwechselt werden. Aussagen, wie jene von Frau RiCkli wären Frau Riklin wahrscheinlich zu unchristlich.

Kathy Riklin goes Klout

Kathy Riklin goes Klout

Aha. Kathy Riklin ist als Gesprächsführerin besonders and US-Politik interessiert, so wies aussieht. Ron Paul ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema bei ihr. Was ich nicht gewusst habe: Frau Riklin besitzt SAP Aktien. An den Versammlungen der AG führt sie Konversation über die christlichen Werte von SAP.

Rang 5: Evi Allemann

Knapp hinter Frau Riklin folgt wieder eine SP-Juristin.

Evi Allemann's Klout

Evi Allemann's Klout

Na sowas! Evi Allemann beeinflusst Natalie Rickli! Was man da nicht alles erfährt via Klout! Ob ihre Aussagen über die “schiere Masse der Deutschen” irgendwie von Evi Allemann inspiriert waren?

Was mich ein wenig erstaunt ist die Tatsache, dass Allemann keine Themen beeinflusst. Liegt wohl auch am niedrigen Score und der Tatsache, dass sie kaum tweetet. Mit 83 Tweets kommt man halt nicht so weit. Aber immerhin bis zu Natalie Rickli.

Zum Vergleich noch der Klout von Obama:

Obama's Traum Klout-Wert

Obama's Traum Klout-Score

Fazit: Ginge es um Kloutwerte, wären unsere Politiker keine Berühmtheiten. Vielleicht auch besser so…

Was haltet Ihr von Klout.com? Ist es für euch nur Spielerei, oder prüft ihr euren Wert regelmässig? Ich freue mich über eure Antwort in den Kommentaren.

 

PS: Dasselbe könnte man mit dem Gegenspieler von Klout, Klouchebag machen.

 

Veröffentlicht unter Bern / CH | Hinterlasse einen Kommentar

Wo sind die Waffen der Ex-Soldaten?

27 000 Datensätze zu Armeeausrüstungen verloren

“Hey Üelu, gimma di Buzzi. Eina zmitts an Grind! Allahu-Akbar!”, schreit der Instruktor (ist das nicht einer der Tschutter von 20min??) im bekannten Youtube-Video den liegenden Ueli Maurer an. Dieser holt sich vom Rückstoss der Waffe eine Schnatte am Kopf.

Hart an den Kopf trifft die Armee auch eine weitere Panne.

Nach dem
Gripen-Gstürm mit schlussendlicher
Aufschiebung des Kaufs und der IT-Misere
mit ausufernden Projektkosten kommt
nun die Datenpanne mit den fehlenden
Datensätzen zu Ausrüstungen von 27’000
Ex-Soldaten. Das Bieler Tagblatt berichtet zwar,
dieArmee ziehe die Dienstbüchlein
von diesen Soldaten ein
, um die Panne zu beheben. Trotzdem.

Als Ersatzpflichtiger frage ich mich, weshalb ich überhaupt noch meine Abgaben zahlen soll. Wäre die Armee eine Firma, wäre ich ihr als Kunde schon längst davongelaufen. Aber eben, ein konstanter Geldstrom von Staat und einigen verhinderten Bürgern macht halt bequem und fördert nicht gerade effizientes Arbeiten. Müsste sich die Armee um ihr Geld ein wenig mehr bemühen, als nur gerade die Steuererklärungen und Aushebungsdaten der Bürger anzusehen oder am Schluss einer RS noch die übrige Munition verchlepfen um nächstes Jahr wieder die gleiche Menge zu erhalten, würde evt. einiges anders laufen. Es gäbe vielleicht so etwas wie Konkurrenz. Oder man würde Leute holen, die etwas in der Birne haben, den Job gerne erledigen und etwas verbessern möchten. Oder man würde diesen schwachsinnigen Haufen einfach einstampfen.

Armee-Produktivität = Null

Das man mich nicht in die Armee aufgenommen hat, macht mich keines Falls traurig. Zuviel hört man von Kollegen, die von der RS / dem WK berichten, dass die meiste Zeit eigentlich gar nichts getan wird, ausser warten und sich langweilen. Nur um dann Hals über Kopf irgendwohin beordert zu werden. Man erhält Kollektivstrafen und beteiligt sich an fragwürdigen Mutproben und Gruppenritualen (Black Mamba, etc.). Das sind doch klare Zeichen dafür, dass die Armee nicht produktiv ist. Ausser dem Zivilschutz und den Katastropheneinsätzen liefert die Armee nicht viel nützliches. Und kostet mich als Armee-untauglichen jedes Jahr eine Stange Geld.

Aber hey! Zumindest bezahle ich ein paar Soldaten und Rekruten ihre Freundschaften für’s Leben mitsamt Munition, Ausrüstung und Pausen. Super!

Beurteilung “Untauglich”

Als Armee untauglicher fühle ich mich ein wenig beleidigt. Kann doch nicht sein, dass ich für die oben genannten Hirnlosigkeiten nicht tauge? Jeder Depp kommt durch die RS und zuviele Deppen werden aufgenommen. Die machen dann Unfälle und nehmen unnötige Risiken in Kauf. Sind aber harte Männer zumindest.

Mein Applaus.

Schweizer Armee = EIN HAUFEN UNTAUGLICHE!

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Bern / CH | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Regula Stämpfli verunglimpft Belgier mit Drittweltlandvergleich

Politologin mit dem Einfühlungsvermögen eines Serienmörders

Da muss man sich ernsthaft fragen: wie pietätlos kann ein Mensch sein? Die Berner Politologin Regula Stämpfli – nota bene mit Zweitwohnsitz in Brüssel (Belgien) – zieht zur Unzeit über belgische Car-Unternehmen und Standards her. Mehr noch: Sie deklassiert Belgien zum Drittweltland und bewertet das Busunglück von Sierre als “typisch für Belgien”. Ausgerechnet sie, die anderen Rufmord an der Schweizer Beliebtheit im Ausland vorwirft, schafft dies ohne Probleme selbst. Was haben Sie sich dabei gedacht, Frau Stämpfli?

Haarsträubend.

Natürlich sind die Reaktionen aus Belgien vorprogrammiert und berechtigt. Kopfschütteln und Ekel. Auch auf Facebook und Regula Stämpfli’s persönlicher Webseite tobt ein Sturm der Entrüstung. Es gibt bereits eine Anti Dr. Regula Stämpfli Gruppe mit 375 Mitgliedern (Stand20.3. um 17.45 Uhr).

Hat Professor Stämpfli einen Grund mit Belgien abzurechnen? Oder hat ihr die Natur (vielleicht Gott) das Taktgefühl vorenthalten? Was bringt ihr das Ganze ausser negativer Presse und einen erheblichen Imageschaden? Wollte Sie nur testen, wie weit sie gehen kann? Mit ihrem Politologen-”Kollegen” Michael Hermann ging sie letztes Jahr auch nicht unzimperlich ins Gericht: Er habe den “politischen Reflexionsgrad eines Planktons”, meinte sie.

Und Sie hat das Einfühlungsvermögen eines Serienmörders, würde ich meinen.

Frau Stämpfli, jetzt müssen Sie sich aber ganz doll entschuldigen.. Oder was meinen die Leser hier?

 

Veröffentlicht unter Bern / CH | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Philipp Hildebrand, SNB-Präsident und Geschäftlimacher

Als Nationalbankchef Devisengeschäfte tätigen. Darf man das? Darf Philipp Hildebrand

  • ein Ferienhäusle verkaufen,
  • das Geld vom Verkauf danach in $ umwandeln
  • Tage später den €-CHF Kurs als Notenbankchef festlegen
  • warten, bis logischerweise deshalb auch der Dollar im Verhältnis steigt
  • Die $ mit Gewinn wieder in CHF wechseln
  • mit dem Geld + Gewinn ein neues Ferienhaus kaufen
  • nachdem alles publik wird, seiner Frau die Schuld geben (Da sieht man es wieder. Die Frauen brauchen immer die Kreditkarten ihrer reichen Männer. Klassisches Beispiel. Der arme, zu beschäftigte Ehemann kriegt davon nichts mit. Immerhin hat Frau Hildebrand damit nicht Schmuck oder teure Pumps sondern gewinnbringende $$ gekauft.)

?

Um diese moralische Frage geht es dieser Tage. Ich glaube, man könnte sie noch ausweiten: Darf man als UBS- oder Credit Suisse-Mitarbeiter Devisengeschäfte tätigen? Denn viele von ihnen verfügen ebenfalls über Insiderwissen an den Märkten. Manche stehen selbst an den Schalthebeln der Preis- und Kursentwicklung an der Börse. Sollte man generell Personen, die früher als andere über darüber Bescheid wissen, das Handeln mit Wertpapieren einschränken? Jedoch: war diese Kursentwicklung nicht auch für einen Swissquote-Kunden absehbar?

—————————–  Zwischeneinschub —————————–

Meine Meinung: Die Banken und Finanzdienstleister haben diesen Planeten fest im Würgegriff. Die Politik muss diesen Geld-Wahnsinn stoppen. Oder eine Bewegung wie Occupy. Oder Anonymous… Es verhungern auf der Erde immer noch viel zu viele Menschen, weil die Produkte, die sie herstellen, an der Börse einen Spekulationspreis erzielen. Weil Baumwolle, Tee, Kaffee, Zucker, … ach, ich mag gar nicht darüber schreiben. Zurück zum Thema.

——————————————————————————–

Orchestriert wird das ganze Geschrei von niemand geringerem als der SVP mit ihrem Superschweizer Christoph Blocher. Ist auch verständlich: Der Robin Hood der Schweiz setzt sich stets fürs Volk ein. Für die armen Büetzer. Der Chrigel ist eben ein Kämpfer für die Armen in diesem Land. Er nimmt zwar nicht das Geld der Reichen, mischt sich aber in deren Geldangelegenheiten ein. Er hat selber ja alle seine Transaktionen aus dem Jahr 2011 offen gelegt. Da steht es ihm und seiner Partei natürlich zu, dasselbe vom Nationalbankpräsidenten zu fordern. Und was gibt Robin Blocher den Bedürftigen zurück? Ich nehme an, er hat selbst auch 75’0000 CHF einer “gemeinnützigen Institution” gespendet? Ist die SVP eine gemeinnützige Institution? Zumindest das ZEWO-Gütesiegel hat sie nicht. Im Gegensatz dazu wird Hildebrands Berghilfe-Spende wohl dazu dienen, neue Schneekanonen in Skigebieten auf 800m zu finanzieren*. Das nenne ich gemeinnützig!

Die Linken empfinden den Auftritt von Hildebrand als gelungen und applaudieren. Schliesslich hat er ja kein Gesetz gebrochen. Schliesslich tut er einen guten Job. Darf ich euch mal ganz deutlich sagen: Ihr seid einfach lächerlich! Was genau war an dieser Transaktion in Ordnung? Dass seine Frau (im Namen der linken Gleichberechtigung) sie getätigt hat? Schämt ihr euch nicht? Ich weiss, ich weiss, mit dem Schamgefühlt ist es nicht weit her im Moment. Aber mal im Ernst: Geht’s nur darum, dass die Informationen darüber von Robin Hood’s Gefolgschaft geklaut wurden? Dann schert euch mal zum Teufel, ihr Pseudos!

Die Medien sind auch nicht zu verachten. Sie machen in diesem Zirkus munter mit und behaupten ihre Positionen. Die einen schiessen auf die SVP, die anderen auf Hildebrand. Welche Wahrheit wollt Ihr ans Licht bringen? – Dass unser Bankensystem und das Finanzsystem der ganzen Welt auf Profitgier basiert? Mit Verlaub, darauf kommt doch jeder Penner.

Fuck off!!**.

*Ich entschuldige mich bei der Berghilfe für diesen Witz. War nicht ernst gemeint.

**Ich entschuldige mich für dieses infantile Fluchen

Veröffentlicht unter Bern / CH | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Toni Brunner, Christoph Blocher und andere Märlitanten

Toni Brunner gibt den anderen Parteien die Schuld an der Bundesratswahl-Misere. Blocher geisselt die FDP als Sekte und Christoph Mörgeli sieht die Konkordanz “zu Grabe getragen”. Alles nur, weil sich das böse Parlament verschwörerisch gegen den einzigen und gemeinsamen Feind, die SVP gestellt hat. Unsere Politik hat noch knapp Vorschulniveau. Wie eine Gruppe Kinder im adventssonntäglichen Märlitram in Bern.

Die Mär vom linken Bundesrat

Es gibt viele gute Märchenerzähler, zum Beispiel die Gebrüder Grimm. Nebst ihrem Talent, moralisch wertvolle Geschichten zu schreiben, waren sie auch Fahnenträger der deutschen Sprache. Sie haben eines der ersten, akzeptierten deutschen Wörterbücher erstellt (Grimm’s Wörterbuch).

Die heutigen Märchenerzähler sind auch nicht ganz so schlecht. Nur haben sie nebenbei einen mindestens ebenso ambitionierten Job wie die Grimms zu erfüllen. Sie sind Politiker in der Legislative und Exekutive. In dieser Position haben sie eine grosse Streuwirkung ihrer Märchen auf sicher. Medien, O-tons, Parteigenossen und die breite Masse tragen die Märchen sozusagen automatisch weiter.

Da ist zum einen das Märchen vom “linken Bundesrat”. 

Nach der Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf, haben die SVP-Strategen dieses Märchen erfunden. Man habe nun einen Mitte-Links Bundesrat, in dem die Rechte Volksmehrheit nicht mehr angemessen vertreten sei. Ich frage mich allerdings, ob alles was links von der SVP steht, automatisch als Mitte-Links gilt. Ist die SVP die letzte, wirkliche Rechtspartei?

Die FDP gilt seit jeher als gemässigte bürgerliche Partei, deren Voten sehr häufig mit der SVP übereinstimmen. Die beiden FDP-Bundesräte, Schneider-Ammann und Didier Burkhalter politisieren im rechten Politspektrum. EWS (Widmer-Schlumpf) wurde von der SVP als “zu link für die SVP” gebrandmarkt und aus der Partei ausgeschlossen. Was die Geburt der rechtsbürgerlichen BDP zur Folge hatte. EWS politisiert rechts. Da muss kein weiteres Märchen erfunden werden. Ueli Maurer steht stramm rechts (mit dem Gewehr im Anschlag). Wären also schon 4 rechte Bundesräte. Wo die CVP steht, fängt die linke Gesinnung langsam durchzuschimmern, links neben ihr stehen Simonetta Sommaruga und neu Alain Berset (für Calmy-Rey) von der SP. Macht 3 mitte-links (bzw. linke) Bundesräte.

Es hat sich also genau gar nichts verändert. Der Bundesrat ist rechtsbürgerlich wie eh und je. Seit 1952 war der Bundesrat selten klarer in bürgerlichen Händen. Nur wärend der Zeit von Christoph Blocher stand er noch näher im rechten Ecken. Alles Märchen.

Zum andern ist da noch das “Parlament-will-uns-nicht-in-der-Regierung”-Märchen.

Das ist ein sehr schön geschriebenes Märchen. Toni Brunner und Caspar Baader und natürlich der ewig verletzte, nicht wiedergewählte CH CH (CHristoph BloCHer) haben es sich zur Aufgabe gemacht, allen anderen die Schuld an der Untervertretung in der Landesregierung zu geben.

Dass jedoch die Weltwoche den Fall Zuppiger ausgerechnet ein paar Tage vor den Wahlen publik machte, und so einen geeigneten Kandidaten sprengte, wirft ein schlechtes Licht auf die Parteileitung. Vom Dossier hatten nur einige Wenige Kenntnis (Parteileitung und die direkt Involvierten). Irgendjemand aus der Partei muss der Weltwoche das Material als Attacke auf Zuppiger zugespielt haben. Auch Hansjörg Walter wurde von der eigenen Partei im Regen stehen gelassen. Bei der Wahl um den Sitz von Schneider-Ammann wurde er von Baader höchstpersönlich als “nicht mehr zur Verfügung stehend” zurückgepfiffen. Ob Walter dazu überhaupt Stellung beziehen durfte? Wer so mit den eigenen Kandidaten umgeht, muss sich nicht wundern, wenn geeignete, wählbare SVP-Leute nicht den Kopf hinhalten wollen.

Zudem zeigt gerade die einseitige und kindische Aufforderung, EWS sei durch einen SVP-Kandidaten zu ersetzen, wie wenig die SVP wirklich daran interessiert war, wieder angemessen im Bundesrat mitzuarbeiten. EWS hat im Finanzdepartement heikle Themen wie Steuerabkommen mit den USA und Deutschland weiterführen müssen. Zuvor meisterte sie die wohl schwierigste Aufgabe überhaupt: das Justiz und Polizeidepartement von Christoph Blocher übernehmen/ordnen. Alles Trotz und Märchen.

Die letzte Begründung, warum die SVP selber gar nicht wirklich im Bundesrat mittun will, sondern lieber überall die Regierung blockieren, ist die Aussage von Ueli Maurer (SVP-Bundesrat) über seine Ambitionen als Bundesrat:

“Ich finde das Bundesratsamt interessant, kann aber ebenso gut Velo fahren oder               Strassen wischen gehen. Ich bin hier völlig emotionslos.”

Viel Spass, SVP. Wenn ihr mit einer solchen Einstellung zwei Sitze im Bundesrat haben wollt, könnt ihr warten bis zum nächsten prophezeiten Weltuntergang der Mayas. Diesen sehen übrigens viele auch als Märchen und Angstmacherei. Passt zur SVP.

Zum Schluss noch ein Witz:

Was ist der Unterschied zwischen einem Mini Cooper und der SVP?

- Der Mini hat zwei Sitze.

 

Veröffentlicht unter Bern / CH | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bundesratswahlen 2011 – der Kindergarten hält Einzug

Vieles muss man dieser Tage wieder über sich ergehen lassen: Das Gejammer von der SVP Parteispitze wegen ihrer Untervertretung im Bundesrat. Drohungen an die FDP, falls sie nicht die SVP-Kandidatur unterstützen. Dass sie die Wahlen unterbrechen wollen, falls sie den BDP-Sitz nicht erfolgreich zurückerobern. Den Streit über den Parteiausschluss von Eveline Widmer-Schlumpf… Unsere Politiker: Ein Haufen Kindergärteler.

Wähleranteil ≠ Sitzverteilung im Bundesrat

Wie viel sind 29% von 7? Es sind 2.03. Auf  so viele Bundesratssitze dürfte die SVP sitzen, misst man sie rein am Resultat der letzten Nationalratswahl im Kanton Bern. Und im Rest des Landes sieht’s ja nicht viel anders aus.. Wenn wir beim Beispiel Bern bleiben (weil Bern so krass politisch ist, dank dem Bundeshaus..), sehen wir auch, dass die BDP 14.9% der Stimmen vereinen konnte. Das macht 0.98 Bundesrat/Bundesrätin..

Wie sieht’s denn jetzt aus: Im Bundesrat sitzt Eveline Widmer-Schlumpf BDP, von der SVP nur Ueli Maurer. Der kennt sich übrigens aus mit Kindern, schaut hert!

Ueli Maurer bei Rätpäck

Ueli Maurer bei Rätpäck

Von der FDP sind deren 2 im Bundesrat: Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann. FDP Wahlresultat in Bern: 8.4%… Na, welcher kleine Naseweis in der hintersten Reihe merkt etwas? – Sehr gut… Die FDP dürfte doch eigentlich nur einen halben Bundesrat stellen, oder? Zum Beispiel nur die rechte Seite von Didier Ammann. Dann könnte dieser auch weniger auf den Versicherungsleistungen rumhacken. Aber das ist ja hier nicht das Thema. Die Erwachsenen wissen ja eigentlich, wo der Schuh drückt. Den Kindern im Bundeshaus, die langsam aus dem Konkordanz-Schuh herauswachsen.

Wen soll das Parlament wählen?

Um die Frage aus meiner Sicht zu beantworten: am liebsten einen Kindergärtner oder eine Kindergärtnerin. Einige Schreihälse in der heutigen Polit-Landschaft erinnern nämlich stark an Buben, denen man den Tret-Traktor weggenommen hat und die jetzt mit einer Puppe spielen müssen. Schön fies. Und jetzt sagen dem Schlitzohr noch alle, er sei selber schuld, schliesslich habe er diesen Traktor gar nie gewollt. Er habe ihn sogar freiwillig in einen fremden Garten gestellt und allen gesagt, er wolle dieses Gefährt nie mehr in seinem Stall. Schön fies. Dabei war dieser Traktor einfach nur nicht der, den sich der Bub gewünscht hatte. Nicht so schön SVP-farbig sondern BDP-gelb. GELB! Klar wird man da neidisch! Doch jetzt wird der Bub wieder gefragt, was er sich den zu Weihnachten wünsche. “Gerechtigkeit!”, schreit er, “einen SVP-grünen Zweisitzer-Töff! Du doofes Paparliament! Damit ich nämlich den Ueli hinten drauf nehmen kann”. Jetzt wollen wir aber genau wissen, welche Marke wir kaufen sollen.. einen Zuppiger? Einen Rime? Schreibs auf, lieber Bub. Und von wem wünschst du dir den Töff? von der CVP oder von der FDP?

Es herrsche Ruhe im Kindergarten!

Eigentlich krass: Es braucht jetzt viele liebe, lern- und teamfähige Kinder, die die anstehenden Hürden bewältigen (z.B. Atomausstieg, Einwanderung, Bildung, soziale Gerechtigkeit). Trotzdem bräuchten viele der Kinder im Bundesrat dringend ein Ritalin oder mehr frische Luft. Oder einen guten Erzieher für Manieren. Ein Land regieren heisst nämlich auch zusammenarbeiten, die Ideen anderer nicht nur zerpflücken sondern gemeinsam weiter formulieren. Zuhören (das können die meisten ADS-Kinder im Paparliament zu wenig…) Es heisst auch den Respekt vor dem Kindergärtner (hier: das Volk) und dem politisch Andersdenkenden zu wahren. Vielleicht hatten einige der Parlamentarier eine schwierige Jugendzeit, oder sie wurden von den Eltern schlecht erzogen… Es ist jetzt Zeit, dass Ruhe in den Kindergarten kommt.

Veröffentlicht unter Bern / CH | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

5 Gründe (die keine waren), weshalb Silvio Berlusconi NICHT abtreten wird/würde

Silvio Berlusconi als Joker

Weshalb Berlusconi noch einige Joker im Ärmel hat...

Silvio Berlusconi, der Bunga-Bunga Premierminister aus Italien hat ja schon einmal sein Fett weg gekriegt (und wurde so zum Seifenspender, wird gemunkelt.). Wird er wohl schon bald sein letztes Fett als Staatsoberhaupt weg kriegen? Hier 5 – nicht allzu ernste – Gründe dagegen.

1.  Bunga-Bunga Parties sind teuer

Was würden wohl all die weiblichen Fans des Gruppensex dazu sagen, wenn die Ikone der Bunga-Bunga Parties nicht mehr dazu auftauchen würden? – Welches andere freigiebige und -zügige Regierungsmitglied würde das ganze finanzieren? Nein, nein.. Die wirklichen Fans dieser Szene werden Signore Berlusconi den Rücken in dieser Hinsicht stärken.

2.   Seifenfabriken sind auf sein Fett angewiesen

Sein Fett beschert vielen Menschen saubere Hände vor dem Abendbrot. Seifenfabriken müssten – zumindest kurzfristig – auf wertvolles Rohmaterial zur Weiterverarbeitung verzichten. Berlusconi ist mit allen Wassern gewaschen, sein Seifenfett spielt daher nicht nur in den Seifenopern seiner staatlichen Fernsehsender eine gewisse Rolle. Viele finden Berlusconis Seifen “echt fett!”.

3.   Berlusconi war schon einmal weg und kam zurück

In unseren vom Kurzzeitgedächtnis diktatorisch im Würgegriff gehaltenen Gehirnen ist wohl vergessen gegangen, dass Silvio Berlusconi schon einmal abgewählt wurde.  Von 2006 bis 2008 regierte Romano Prodi eine Koalition von 13(!!!) Parteien, die untereinander dermassen zerstritten waren, dass sie nicht einmal die Müllentsorgung geregelt kriegten. Am Tiefpunkt angelangt dachten wohl viele Italiener “Was für ein Müll! Da wähl’ ich lieber wieder den Cavaliere Silvio!” Dieser kümmerte sich zumindest behelfsmässig um Neapels damalige Müllberge. Ohne Silvio geht’s einfach nicht!

4.   Berlusconis Humor ist unerreicht

Mal ehrlich: Wenn Silvio Berlusconi abtritt, verliert die Welt einen Politiker mit denkwürdigem Humor. Unerreicht waren z.B. seine Äusserungen vor laufender Kamera im erdbebengeschüttelten Aquila zu den Obdachlosen in den Zelten: “Sie sollten dies als ein Wochenend-Camping ansehen…” Oder auf die Frage, ob er treu sei: “Ich würde sagen, ich war oft treu.” Unerreicht auch die Idee, jedem Italiener, der unter der Regierung Prodi gelitten habe, einen Monat ohne Steuern zu geben. Obwohl man dies wohl nicht durchsetzen könne, sei es doch sichtlich ein Beweis dafür, dass es an Ideen zur Problemlösung nicht mangele. Ganz prächtig, Silvio! Das macht dir keiner nach!

5.   Italiener wählen lieber das kleinere Übel

Italiens Parlament ist extrem bipolar und die beiden Pole stark zersplittert. Viele Parteien, kein gemeinsames Programm. Nur jeweils das politische Gegenüber (so eine Art Massenlager der Meinungen), also entweder Mitte-Rechts oder Links wird gesamthaft angegriffen. Bei der Linken Seite fällt auf, dass sie noch immer kommunistelt. Wer wählt schon gerne Kommunisten? – Dann noch lieber zur Lachnummer werden.

Mal sehen, ob das Misstrauensvotum am Freitag zu Neuwahlen und damit zu einer Regierung ohne Berlusconi führen wird. Was denkt ihr?

————- Nachtrag vom 12.11.2011, 22:00 ———-

Naja… Jetzt ist er tatsächlich abgetreten. Meine Gründe somit entkräftet. Silvio ist eben nicht durchschaubar!

Veröffentlicht unter EU | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Unsere Regierungen und Banken im harmonischen Zusammenspiel

Bezahlt um Einsitz zu bekommen

Wie schön, dass die EU die Schuldenkrise in den Griff zu kriegen versucht. Was den nur 5% aufmerksamen Bürger jedoch ein wenig überraschen dürfte: Genau diejenigen, die diese Krise massgeblich mitverursacht haben, reden an diesem Gipfel mit und beeinflussen die EU-Regierung. Grossbanken.

Nicolas Sarkozy spricht am G20 Gipfel

"Mesdames et Messieurs, je vous présente la Société Général, notre sponsor général."

Nicolas Sarkozy rühmt sich gerne, in der Schuldenkrise, EURO-Krise und wie sie sonst noch genannt wird, mit seinem Verhandlungsgeschick die Gespräche für eine Lösung des Debakels voranzutreiben.

 

 

Der kleine, mächtige Mann aus Frankreich – jööö, jetzt ist er noch Vater geworden! – macht sich jedoch mitverantwortlich, dass die Banken eine echte Lösung untergraben:
Die Société Général ist nämlich Hauptsponsor des Treffens der 20 mächtigsten Industrienationen. Was das heisst, kann sich jeder halbwegs vernünftige Mensch ausdenken. Die Regierungen werden von den Banken zu Bedingungen verleitet, die dem Volk schaden und den Politikern die Taschen füllen.

Das Gebiet um den Tagungsort in Cannes wurde seit Tagen grossräumig abgesperrt. Zugang ist für den Füdlibürger tabu. Was sich jedoch die Banken ihren Eintritt an den runden Tisch kosten lassen, dürfte für immer unklar bleiben. Ein bisschen mehr als der Eintritt zu einem Fussballspiel wird’s aber schon sein.

Grosse Worte benötigen grosse Geldbeträge

Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, unser Bunga-Bunga Spezialist aus Italien (Berlusconi) und alle anderen Tränensäcke mögen mit ihren grossen Worten vielleicht beim verunsicherten, jobgefährdeten und verschuldeten Bürger Eindruck machen. Sie sehen jedoch nach wie vor nicht ein, dass SIE SELBER DAS PROBLEM SIND, DAS SIE BREITWILLIG AKZEPTIERT HABEN! Unsere Regierungen hätten die Macht und eigentlich auch den Volksauftrag, solche Schmier- und Bestechungsgelder abzulehnen. Dazu fehlt es jedoch den Kleinwüchsigen im Europaparlament an der inneren moralischen Instanz. Um grosse Worte schwingen zu können, benötigen sie weiterhin grosse Geldbeträge.

Nach dem Redenschwingen und Problemverursachen winkt der goldene Verwaltungsratssessel

Warum nehmen Politiker Geld von Kapitalgesellschaften an? – Kurz und schmerzlos: Es ist eine Win-Win Situation für beide. Die Banken stellen sicher, dass bei der nächsten Kampagne ihre Interessen nicht zu kurz kommen. Dafür bedanken sie sich beim Bestochenen mit einem hochbezahlten Job, sobald der ausgemusterte Präsident den Regierungssessel geräumt hat. Und leider unterstützt der Bürger diese Korruption noch mit der Wiederwahl solcher Präsidenten. Für wie dumm verkaufen die uns?

Es ist Zeit zu handeln

Wem das nicht passt, hat Recht. So etwas undemokratisches hat in unseren Ländern, die anderen die Demokratie auferlegen wollen, wirklich nichts verloren. Oder handeln wir nur nicht, weil es uns (zumindest in der Schweiz) noch immer viel zu gut geht?

Ich habe auf jeden Fall die Petition von Avaaz unterschrieben. Und du solltest das auch tun! Einfach hier klicken und warten…

Täglich grüsst das Murmeltier

 

 

 

 

Veröffentlicht unter EU, Welt | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Panaschieren, Kumulieren – Spass beim Wahlzettel ausfüllen

Wählen ist ätzend? – Selten so was Unwahres gehört. Heute habe ich mir selber bewiesen, wieviel Spass es macht, andere Parteien mittels Panaschieren und Kumulieren einen Tritt in den Hintern zu geben. Spass muss sein! Deshalb keinesfalls den Termin verpassen: Wer mit B-Post hantiert, muss sein Couvert morgen in den Briefkasten werfen!

Wahltag ist Zahltag

Von der SVP Plakatflut genervt? Die SP war mal wieder das ganze Jahr nur Schrott? Mit der Stimmabgabe kommt doch auch irgendwie die Wut über die vermeintlichen politischen Versager in unseren Nationalrats- und Ständeratssesseln wieder hoch, oder? Und genau deshalb bereitet das Wahlzettelausfüllen so unheimlichen Spass. DIE WERDEN MEINE WUT SCHON NOCH ZU SPÜREN BEKOMMEN! hab ich mir gesagt, und postwendend gemerkt, dass eine einzelne Stimme wohl kaum die politische Konsterniertheit des Volkes überflügeln wird. Oder sind wir etwa gar nicht konsterniert? Auf jeden Fall: “Schweizer wählen!” – alle anderen dürfen dieses Wochenende in der Schweiz ja gar nicht.

Vom Kumulieren, Panaschieren – Durchstreichen macht Spass!

Oh Gott, wie ich die Partei mit der grünen Wiese und gelber, dahinter aufgehender Sonne verachte! Welch Freude dagegen, dass ich als Füdlibürger zumindest deren Liste zur Hand nehmen kann und darauf jeden einzelnen Namen streichen und stattdessen meine bevorzugten Kandidaten anderer Listen sogar doppelt einfügen darf! Folgen aus diesem Riesenspass:

  1. Der von mir verhassten Partei werden (im Kanton Bern zumindest) 25 Listenstimmen abgezogen. Diese sind für die Sitzverteilung im Nationalrat entscheidend. Erst nach den Listenstimmen werden die Kandidatenstimmen zusammengezählt.
  2. Die von mir eingefügten Personen (13 Personen, je 2 Mal) erhalten so zwei Stimmen.
  3. Die von mir eingefügten Personen bringen ihren Listen wiederum Listenstimmen (diejenigen, die sie der ungeliebten Partei abzocken.

Was bei der Stimmabgabe leider noch nicht erlaubt ist

Das ganze wäre noch mit mehr Genugtuung zu vollbringen, wenn man den vorgedruckten Personennamen auf den Listen ein Nomen oder Prädikat anfügen dürfte. Darf man aber nicht, sonst ist der gesamte Wahlzettel ungültig.

01.99.99 Kunivor Kuntzdavunz “verschmust!”
01.77.77 Mostholer Bartolomää “Bartli der Mostholer!”

Leider nein.

Aber eben. Füllt den Wahlzettel aus und seht selbst, wie viel Spass das bereitet!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

Energiedebatte – Kann auf AKW’s verzichtet werden?

Wie die Altags-Energie zur Stromerzeugung dient

Im Heft 09/2011 von “Wunderwelt Wissen” (Pro7 Sendung “Galileo”) gerät so mancher Energieskeptiker ins Staunen: Durch neuste Technologie und kreatives Denken wurden Möglichkeiten ersonnen, die bisher ungenutzte, vom Menschen umgewandelte Energie zur Stromerzeugung nutzen… Hier geht’s zur Blätterausgabe 09/2011

Was wäre wenn wir tatsächlich auf AKW verzichten würden? – Klar, die Atomlobby hätte nichts mehr zu lachen, bzw. sie müsste einen anderen Weg finden, Kohle zu machen (man will ja auch keine Kohle mehr verbrennen). Hier nur ein paar kreative Vorschläge, wie Alltagsenergie eingefangen werden könnte.

7 Erfindungen, die uns Strom liefern

  1. Der Dreh aus der Toilettenspülung
  2. Die Energie-Disco: Tanzfläche liefert Strom
  3. Druckenergie durch Schritte in der Stadt
  4. Energie-Autoreifen
  5. Kiefermuskel-Hörgerät
  6. Rucksack-Generator
  7. Strom-Tastatur

Der Dreh aus der Toilettenspühlung

In den Toiletten von Discos sollen Urin und Schweiss der Tänzer in Strom umgemünzt werden. Der Schweiss wird an der Decke gesammelt und beim herunterleiten über Generatoren geleitet. Die WC-Spühlung verursacht eine Drehung, welche ebenso genutzt werden soll.

 

Die Energie-Disco: Tanzfläche liefert Strom

Erste Versuche haben gezeigt, dass Tänzer durchaus soviel Strom mit Tanzbeinschwingerei produzieren, dass sie bei gefüllter Tanzfläche das Discolicht gleich selber leuchten lassen. Der Dancefloor wird mit drucksensiblen Platten ausgerüstet, welche die Bewegungen in Strom ummünzen. So schaffen es die Discos, ihre Stromrechnung zu senken!

Druckenergie durch Schritte in der Stadt

Nach demselben Prinzip funktionieren schon einzelne Gegenden in Toulouse, wo Fussgängerzonen mit Energieplatten versehen wurden. Jeder Schritt auf eine solche Platte erzeugt Strom. In hochfrequentierten Zonen liefern diese Platten genug Strom für die Strassenbeleuchtung des Abschnitts. Jeder Schritt erzeugt 6 Watt.

In Stockholm liefern die Pendler im Bahnhof durch ihre Abwärme und Energie bereits 25% des Heizverbrauchs eines benachbarten Bürogebäudes!

Auch in Tokio liefern die Reisenden wertvolle Energie zurück ins Stromnetz. Damit wird die Grossstadt zum Energielieferanten.

Energie-Autoreifen

Eine weitere clevere Erfingung: Autoreifen, mit Mikrosensoren ausgerüstet, registrieren bei jedem Bodenkontakt einen Stoss. Dieser Impuls wird als Energie direkt ins Auto gespiesen. Dort wird die Klimaanlage, der Radio, etc. gespiesen. Fahren und Stromerzeugen: so fährt sich’s noch sparsamer.

Kiefermuskel-Hörgerät

Mal kurz kräftig in den Apfel beissen und dabei das eigene Hörgerät mit Strom versorgen: Die Vibration des Kiefers beim Beissen verursacht eine Spannung. Dieser Stromfluss versorgt das Hörgerät mit Energie. Schwerhörige laden ihre Akkus während dem Essen auf! Ein Hörgerät verbraucht im Schnitt pro Jahr 60 Batterien. Die bräuchte es so nicht mehr.

Rucksack-Generator

Die Bewegungen eines schreitenden Menschen können von einem zweiteiligen Rucksack-Generator zur Stromerzeugung genutzt werden. Federn fangen die Energie, die durch das Auf und Ab des Oberkörpers beim Marschieren entsteht, auf. Die gelieferte Energie: 7 Watt. Das reicht für das Mobiltelefon, eine Taschenlampe oder ein GPS-Gerät.

Strom-Tastatur

Jeder, der kräftig in die Tasten haut, kann neuerdings auch seinen PC mit Strom versorgen. Die Tasten einer neuen Tastatur sind mit kleinen Magneten  verbunden. Diese werden durch eine Spule geleitet und dadurch Strom liefern. Der gewonnene Strom kann die Akkulaufzeit eines Laptops bis zu 10 Stunden verlängern!

Energiewende ist möglich

Fazit dieser Beispiele: Durch Fokussierung auf Altagsenergie, die durch den Menschen selbst verursacht wird, könnten so manche Energiequellen erschlossen werden. Zusammen mit einem Wechsel auf ein System, das den Stromsparer, nicht den Vielverbrauchern finanziell belohnt, ist ein AKW-loses Zeitalter möglich. Zumindest in Deutschland sind die Brennstäbe bereits kühl (ach nee, das dauert ja mit der Abkühlung…)

Was denkt ihr? Werden wir schon bald ein AKW-freies Land sein?

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar